{"id":4522,"date":"2020-01-22T12:30:35","date_gmt":"2020-01-22T11:30:35","guid":{"rendered":"https:\/\/klm-international.info\/?page_id=4522"},"modified":"2020-04-15T14:30:40","modified_gmt":"2020-04-15T12:30:40","slug":"klm-i-leistungsbeschreibung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/klm-international.info\/de\/rasseportrait\/klm-i-leistungsbeschreibung\/","title":{"rendered":"KlM-I Leistungsbeschreibung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>KLM-I Leistungsstandard des Kleinen M\u00fcnsterl\u00e4nders<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Beschreibung der jagdlichen Eigenschaften des Kleinen M\u00fcnsterl\u00e4nders<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vorwort:<\/strong><\/p>\n<p>Der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder ist ein mittelgro\u00dfer, langhaariger Vollgebrauchshund, dessen Zucht seit \u00fcber 100 Jahren im Mutterland Deutschland gezielt nach den Kriterien jagdliche Leistung, Rassestandard, Wesen und Erbgesundheit betrieben wird. Der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder hat einige rassetypische jagdliche Besonderheiten, die sich \u00fcber die Jahrhunderte in seiner Verwendung als Jagdhund im Nord-Westdeutschen Tiefland herausgebildet haben:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hervorzuheben ist zum einen die Intelligenz des KlM, die er nutzt, um mit allen Sinnen m\u00f6glichst effektiv zu jagen und zum anderen seine enorme F\u00fchrerbezogenheit, die ihn zu einem kooperativen Jagdkameraden macht. Dabei ist er im Wesen ein freundlicher und ausgeglichener Hund mit einer \u2013 zuweilen auch temperamentsbedingten &#8211; gro\u00dfen Passion, weshalb er trotz seiner F\u00fchrerbezogenheit im Gehorsam nicht nachl\u00e4ssig ausgebildet werden darf. H\u00e4rte gegen\u00fcber wehrhaftem Wild ist gefordert, ebenso Schussfestigkeit an Land und im Wasser. Diese Eigenschaften machten den Kleinen M\u00fcnsterl\u00e4nder auch weit \u00fcber Deutschlands Grenzen hinaus zu einem beliebten Jagdgef\u00e4hrten.<\/p>\n<p>Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit w\u00e4chst die Population stetig und so ist es notwendig geworden, Internationale Pr\u00fcfungen auszurichten, um so den KlM weltweit auf seinem einheitlichen Standard als Vollgebrauchshund zu halten und das gro\u00dfe genetische Potential der Rasse l\u00e4nder\u00fcbergreifend bestm\u00f6glich nutzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die nachstehende Leistungsbeschreibung soll dazu dienen, einen Anhalt f\u00fcr ein einheitliches Richten von KlM auf internationalen Pr\u00fcfungen zum Beispiel einer IMP A und B zu geben.<\/p>\n<p>Auf Anlagenpr\u00fcfungen k\u00f6nnen bei den nachgenannten F\u00e4higkeiten Abstriche gemacht werden, wenn der KlM erfahrungsgem\u00e4\u00df, auch auf Grund seines Alters, noch nicht voll entwickelt und durchgearbeitet ist. Aber seine wichtigen jagdlichen Anlagen m\u00fcssen immer deutlich erkennbar sein.<\/p>\n<p>Hunde mit gro\u00dfem Zuchtpotential lassen, w\u00e4hrend der Arbeit im Feld, im Wasser und im Wald, Jagdpassion, Arbeitsfreude, Jagdverstand und Teamf\u00e4higkeit mit ihrem Verhalten erkennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>A. <\/strong><strong>Feldarbeit<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Nasengebrauch<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder zeigt bei allen Arbeiten vor und nach dem Schuss, insbesondere aber bei der Suche eine exzellente Nasenleistung. Er ist immer in der Lage, den Wind f\u00fcr sich gut zu nutzen, um schnell und h\u00e4ufig Wild zu finden, gelegentlich Vogelwitterung zu markieren, Spuren und F\u00e4hrten anzuzeigen und sie auszuarbeiten. Er kann durch sie Flugwild, besonders H\u00fchner beim Nachziehen rasch festmachen und Wild weit anziehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Spurarbeit<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Bei allen geforderten Spurarbeiten soll der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder Spurwille und Spursicherheit zeigen.<\/p>\n<p>Der Spurwille ist daran erkennbar, wie er sich auf die Arbeit einstellt und unter Ber\u00fccksichtigung der jeweiligen Umst\u00e4nde (Bodenbeschaffenheit, Wetter u. a.) die Spur anf\u00e4llt, sie willig und beherrscht und konzentriert arbeitet und sich bem\u00fcht, sie auch unter schwierigen Gegebenheiten weiterzubringen. Ob er Spurwillen hat ist erkennbar ob er nach sichtigem Verfolgen beim Au\u00dfersichtkommen des Hasen oder Fuchses die Spur ruhig sucht und aufnimmt, oder ob er abbricht oder gar planlos umher sucht. Dabei soll er im Idealfall die aufgenommene Spur des Wildes laut verfolgen.<\/p>\n<p>Die Spursicherheit zeigt sich in der Verhaltensweise des Hundes, wie er als Ausdruck seiner Wesensstabilit\u00e4t den Spurwillen (Beutewillen) beherrscht, d. h. vor allem bei schwierigen Gegebenheiten in ruhiger Gangart den Fortgang der Spur sucht und sie auf diese Weise selbst\u00e4ndig und sicher vorw\u00e4rtsbringt.<\/p>\n<p>Bei der Beurteilung einer Spurarbeit ist der Spurwille, die Spursicherheit und die Schwierigkeit auf der Spur durch Gel\u00e4nde, Witterung, Wind und Stehzeit h\u00f6her zu bewerten, als nur die reine L\u00e4nge der Spur.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Suche<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Bei der Suche ist der K\u00f6rper angespannt, er bewegt sich elegant, und zeigt eine ausdrucksvolle Haltung seines Kopfes, seines K\u00f6rpers und seiner L\u00e4ufe, sobald er Wildwitterung in die Nase bekommen hat. Dabei h\u00e4lt er die Nase hoch, halbhoch oder tief in den Wind. Bei der Spurarbeit sucht er oft mit tiefer Nase. Seine Nasenhaltung h\u00e4ngt immer davon ab, wie er am besten Wild finden kann.<\/p>\n<p>Seine Suche ist jagdnah, vom Finderwillen gepr\u00e4gt, planm\u00e4\u00dfig und gr\u00fcndlich auf gesamter Fl\u00e4che, flott und ausdauernd. Dabei orientiert er sich selbst\u00e4ndig auch an der Windrichtung. Er zeigt dabei Arbeitsfreude, Passion, Jagdverstand und Teamf\u00e4higkeit. Er arbeitet immer gerne, auch ohne viele Einwirkungen und weitgehend selbst\u00e4ndig f\u00fcr den Erfolg seines F\u00fchrers.<\/p>\n<p>Er passt sich bei der Suche dem Gel\u00e4nde, der vorkommenden Wildart und dem Wind an.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, gegen den Wind durch Quersuche arbeiten, bei Nackenwind vorauslaufen und in den Wind wenden. Sein Tempo bei der Suche steht mit der G\u00fcte seiner Nase im Einklang.<\/p>\n<p>Die Suche ist weitr\u00e4umig, aber ein Abstand zum F\u00fchrer von ca. 100 Schritte sollte nicht st\u00e4ndig \u00fcberschritten werden. Ein gut gef\u00fchrter Hund soll alle \u00fcberfl\u00fcssigen Wege sparen.<\/p>\n<p>Er l\u00e4sst sich bei seiner Arbeit, auch \u00fcber weite Entfernungen, lenken (F\u00fchrigkeit, Teamf\u00e4higkeit). Dabei h\u00e4lt er immer wieder Blickkontakt zu seinem F\u00fchrer und ist bereit, vernommene Befehle (Zuruf, Wink, Pfiff) zu befolgen.<\/p>\n<p>Er lernt schnell, dass alles Wild solange f\u00fcr ihn tabu ist, bis ein entsprechender Befehl vom F\u00fchrer kommt. Wenn er verstanden hat, dass es den gemeinsamen Jagderfolg mindert, verfolgt er von sich aus, gesundes Wild nicht mehr. Er ist immer bestrebt, seinen F\u00fchrer zu Schuss zu bringen, um gemeinsam Beute machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wildrein darf der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder allerdings nicht sein, denn er soll und muss ja auf der Jagd die Wundspur des krankgeschossenen Wildes arbeiten. Nur auf ein entsprechendes Kommando hin, muss er von jedem aufstrebenden Haarwild oder vom abstreichenden Federwild auch ohne Einwirkung, sofort ablassen.<\/p>\n<p>Er \u00e4ndert seinen Suchenstil nicht, auch wenn er mit mehreren Hunden gleichzeitig arbeiten soll (Paarsuche), da er immer f\u00fcr den gemeinsamen Jagderfolg arbeitet.<\/p>\n<p>Dabei ist unerw\u00fcnscht, h\u00e4ufiges Nachlaufen und St\u00f6ren, aggressives Verhalten gegen\u00fcber dem mitarbeitenden Hund, mangelnder Gehorsam, mangelnde Suche, ebenso wie sehr viele laute Kommandos und h\u00e4ufiges Pfeifen durch den F\u00fchrer.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Vorstehen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine spezielle Ausdrucksform beim Vorstehen hat der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder nicht. Er verharrt in allen m\u00f6glichen K\u00f6rperhaltungen. Den Kopf in den Wind drehend, verharrt er in angespannter K\u00f6rperhaltung und bewegt die Rute nicht mehr. Beim Vorstehen steht er mit allen vier L\u00e4ufen auf dem Boden, oder es wird ein Vorder- oder Hinterlauf angehoben. Rassetypisch ist auch, dass einige KlM nicht vorstehen, sondern sich niederducken oder sich auch hinlegen beim nasenm\u00e4\u00dfigen Kontakt mit Wild (Vorliegen).<\/p>\n<p>Sobald der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder festliegendes Wild mit der Nase wahrgenommen hat, soll er durch fr\u00fches Anziehen und umsichtiges Nachziehen oder durch zielbewusstes Umschlagen das Wild festmachen und solange vorstehen oder vorliegen, bis sein F\u00fchrer, auch \u00fcber eine gro\u00dfe Entfernung, ohne \u00dcbereilung herankommen und wenn er bei ihm ist, ohne Hast zu Schuss kommen kann. Er wei\u00df genau, wie er den F\u00fchrer am besten zu Schuss bringen kann.<\/p>\n<p>Der F\u00fchrer kann zumeist sehr gut erkennen, wenn das Wild vor dem Hund nicht mehr festliegt oder es abgelaufen ist. Denn es l\u00f6st sich die Anspannung beim Hund und die Rutenspitze f\u00e4ngt an leicht zu zucken.<\/p>\n<p>Er steht an Haar- oder Federwild gleicherma\u00dfen sehr gut vor, wobei er Federwild in der Regel weiter vorsteht.<\/p>\n<p>Unerw\u00fcnscht sind Blender, die mehrfach, ausdrucksvoll und langanhaltend, ohne Wild oder Wildwitterung, vorstehen.<\/p>\n<p>Wenn der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder mit mehreren Hunden gleichzeitig sucht, soll er auch Mitstehen oder Sekundieren zeigen.<\/p>\n<p>Mitstehen bedeutet, dass ein zweiter oder dritter Hund das Wild, dass der erste Hund in der Nase hat, ebenfalls in die Nase bekommt und, wie der andere Hund schon, auch vorsteht.<\/p>\n<p>Sekundieren in dessen bedeutet, dass der zweite oder weitere Hund in Vorstehhaltung verharrt, wenn er einen anderen Hund in eben dieser Haltung erblickt. Der Sekundant steht nicht mit der Nase vor, sondern auf ein optisches Signal. Die beim Sekundieren eingenommene Vorstehhaltung soll so lange erhalten bleiben, bis der Hund, der das Wild urspr\u00fcnglich gefunden hat, seine Arbeit am Wild beendet hat.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>B. Wasserarbeit<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Am Wasser wird von dem Hund Ruhe verlangt. Auf Befehl soll der Hund das Wasser unverz\u00fcglich annehmen und seine Aufgabe erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>St\u00f6bern ohne Ente<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>F\u00fcr die Arbeit vor dem Schuss (St\u00f6bern ohne Ente) bedeutet dies, dass der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder das zu bejagende Wasserwild aus der Deckung, auch aus tiefem Schilfwasser, aufst\u00f6bern muss. Das ist eine Arbeit, die hohe k\u00f6rperliche und geistige Gaben ihm verlangt. H\u00e4rte, Ausdauer und Wasserpassion m\u00fcssen ihn auszeichnen. Dazu geh\u00f6rt weiterhin, dass er, wie im Felde auch, mit der Nase arbeitend versuchen muss, dass sich dr\u00fcckende Wassergefl\u00fcgel ausfindig zu machen und zum Aufstehen oder Verlassen der Deckung zu veranlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Verlorensuche<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wird er zur Verlorensuche auf geschossenes Wasserwild geschickt, soll sich der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder in Richtung der Ente lenken lassen. Gefundenes Wasserwild muss ohne Befehl des F\u00fchrers gebracht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> St\u00f6bern hinter lebender Ente<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine schwierige Aufgabe hat er zu erf\u00fcllen, wenn das St\u00fcck Wasserwild nur gefl\u00fcgelt und nun bestrebt ist, sich vor dem ihm folgenden Hunde in Sicherheit zu bringen. Konzentrierte Nasenarbeit ist nun erforderlich, um der Schwimmspur zu folgen. Die Nichtbeachtung oder das Ausweichen von lebendem Wasserwild sind schwere Fehler.<\/p>\n<p>Hat der Hund die Ente im Schilf gegriffen oder hat er sie aus der Deckung auf das freie Wasser getrieben, und ist es dort dem F\u00fchrer gelungen, die Ente zu erlegen, so hat der Hund sie einwandfrei zu apportieren.<\/p>\n<p>Das ist am Wasser von besonders gro\u00dfer Bedeutung, denn wenn der Hund sich zun\u00e4chst sch\u00fcttelt und die Ente dabei ablegt, wird sie, so sie noch nicht verendet ist, sofort das Wasser wieder annehmen und nun im Bewusstsein der Gefahr, in der sie schwebt, sich so verhalten, dass sie nur in den seltensten F\u00e4llen wieder vom Hunde gefunden werden kann.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>C. Waldarbeit<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben Feld und Wasserarbeit kann der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder auch Erhebliches bei der Arbeit vor und nach dem Schuss im Walde leisten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Buschieren<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Arbeiten vor dem Schuss im Walde sind insbesondere das St\u00f6bern, das Buschieren; letzteres entspricht der Suche im Feld, mit einem gro\u00dfen Unterschied:<\/p>\n<p>w\u00e4hrend die Sichtverbindung zwischen einem Kleinen M\u00fcnsterl\u00e4nder und seinem F\u00fchrer im Feld \u00fcber eine weite Entfernung betragen kann, ist sie im Walde nur auf sehr kurze Entfernung beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Dies und der Umstand, dass beim Buschieren auch Wild herausgesto\u00dfen werden kann, dass der Hund nicht in dem Ma\u00dfe, wie im Felde, vorher in der Nase gehabt und vorgestanden hat, bedeutet, dass beim Buschieren vom Kleinen M\u00fcnsterl\u00e4nder eine Suche unter der Flinte verlangt wird.<\/p>\n<p>Diese Suche unter der Flinte hei\u00dft, dass der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder jeweils nur so weit suchen darf, wie der F\u00fchrer imstande ist, unter Ber\u00fccksichtigung der \u00f6rtlichen Gegebenheiten, auch vor dem Hund aufstehendes oder abstreichendes Wild noch schie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder also im Feld raumgreifend und flott in gro\u00dfen Schl\u00e4gen vor dem F\u00fchrer suchen darf, muss er sich im Walde beim Buschieren in kupiertem Gel\u00e4nde in einer Entfernung von ca. 25-30 m arbeiten. Wild, dass er in die Nase bekommt, muss er vorstehen; von allein aufstehendes Wild muss er respektieren, d.h. nicht hetzen. Anderenfalls k\u00e4me der F\u00fchrer \u00fcberhaupt nichts zu Schuss; ehe er seinen Hund zur Ordnung gerufen h\u00e4tte, w\u00e4re das Wild schon seinen Blicken entschwunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> St\u00f6bern<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Dabei wird von einem Kleinen M\u00fcnsterl\u00e4nder eine gr\u00f6\u00dfere Selbstst\u00e4ndigkeit verlangt, denn er muss sich ohne seinen F\u00fchrer in eine ihm zugewiesene Parzelle Wald (Dickung- Maisschlag) begeben und v\u00f6llig auf sich allein gestellt, ohne Verbindung zu seinem F\u00fchrer, oft weit von diesem entfernt, das sich dort befindliche Wild heraus und m\u00f6glichst einem der angestellten J\u00e4ger oder seinem F\u00fchrer zutreiben.<\/p>\n<p>Unabdingbar ist dabei, dass der Hund Orientierungssinn hat und mindestens sichtlaut, besser spurlaut jagt. Ein stummer Hund ist f\u00fcr die Waldjagd absolut unbrauchbar.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend beim Buschieren und bei der Feldarbeit der F\u00fchrer die Jagd des Hundes mit dem Auge verfolgen kann, ist der hier auf sein Ohr angewiesen. Ein Hund, der nicht wenigstens sichtlaut jagt, l\u00e4sst den oder die drau\u00dfen wartenden J\u00e4ger v\u00f6llig im Ungewissen \u00fcber das, was sich in der Dickung tut.<\/p>\n<p>Weiterhin ist sehr wesentlich, dass der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder nicht \u00fcberjagt, d.h., dass er nur in dem umstellten und zur Bejagung vorgesehenen Gebiet jagt und dieses nicht verl\u00e4sst, um m\u00f6glicherweise in angrenzenden Dickungen, die noch bejagt werden sollen, weiter zu jagen. Denn das kann den Erfolg einer ganzen Jagd infrage stellen.<\/p>\n<p>Ein Kleiner M\u00fcnsterl\u00e4nder, der nur in dem von den Sch\u00fctzen umstellten Dickungskomplex jagt, jagt bogenrein.<\/p>\n<p>Nach Beendigung der Arbeit oder auf Befehl sucht der gute St\u00f6berer alsbald seinen Herrn auf und l\u00e4sst sich anleinen.<\/p>\n<p>Unerw\u00fcnscht sind Hunde, die sich nur wenige Meter von ihrem F\u00fchrer entfernen (kleben) und sich nur am Rande der Deckung hin und her bewegen (r\u00e4ndeln).<\/p>\n<p>Ein Kleiner M\u00fcnsterl\u00e4nder, der nicht zum St\u00f6bern geschnallt ist und sich bei seinem F\u00fchrer aufh\u00e4lt, hat sich absolut ruhig zu verhalten.<\/p>\n<p>Der neben seinem F\u00fchrer auf dem Stand abgelegte Hund darf nicht aufstehen, oder sich vom Platz entfernen. Er darf nicht winseln und auch nicht Laut geben. Alle diese Verhaltensweisen w\u00fcrden dazu f\u00fchren, dass anwechselndes Wild fr\u00fchzeitig gewarnt und dann einen anderen Weg nehmen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ebenso wie bei der Treibjagd im Feld hat der Hund sich auch bei Sch\u00fcssen seines F\u00fchrers oder anderer J\u00e4ger, bei Sch\u00fcssen in der Dickung oder bei Treiberl\u00e4rm ruhig zu verhalten und darf nicht aus \u00dcberpassion und Unerzogenheit au\u00dfer Rand und Band geraten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Schwei\u00dfarbeit<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>F\u00fcr die Schwei\u00dfarbeit eignet sich der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder in besonderem Ma\u00dfe, da er die n\u00f6tigen anlagebedingten Voraussetzungen dazu mitbringt. Hierzu geh\u00f6rt die Ausdauer auf der F\u00e4hrte, die Konzentrationsf\u00e4higkeit und Ruhe, eine feine Nase und eine geh\u00f6rige Portion kontrollierter Wildsch\u00e4rfe. Er ist in der Lage, gro\u00dfes, wehrhaftes Schalenwild durch st\u00e4ndiges Umkreisen und Verbellen zu stellen. Er ist jedoch auch in der Lage, krankes Rehwild oder geringe Schalenwildst\u00fccke zu hetzen und schlie\u00dflich niederzuziehen. Er ist laut und sein F\u00fchrer kann ihn bei anfallenden Hetzen akustisch verfolgen.<\/p>\n<p>Auf der Schwei\u00dff\u00e4hrte arbeitet der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder ruhig, f\u00e4hrtentreu und fest im Riemen h\u00e4ngend. Er l\u00e4sst sich von Verleitungen nicht abbringen und ist immer bem\u00fcht, gemeinsam mit seinem F\u00fchrer in den Besitz des St\u00fcckes Schalenwild zu kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>D. Bringen<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das Bringen hat der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder erst auf Befehl seines F\u00fchrers zu beginnen. Er soll das St\u00fcck auf m\u00f6glichst direktem Wege finden, unverz\u00fcglich aufnehmen und auf dem k\u00fcrzesten Weg z\u00fcgig bringen. Beim F\u00fchrer angekommen, hat der Hund sich zu setzen und erst nach Aufforderung das St\u00fcck auszugeben. Fehlerhaft sind Knautschen, kein direktes oder z\u00f6gerliches Zutragen des aufgenommenen Wildes, sowie mangelnder Gehorsam durch fehlendes Sitzen beim Ausgeben oder das nicht korrekte Ausgeben (z. B. Nachfassen, Fallenlassen) des apportierten St\u00fcck Wildes.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KLM-I Leistungsstandard des Kleinen M\u00fcnsterl\u00e4nders Beschreibung der jagdlichen Eigenschaften des Kleinen M\u00fcnsterl\u00e4nders &nbsp; Vorwort: Der Kleine M\u00fcnsterl\u00e4nder ist ein mittelgro\u00dfer, langhaariger Vollgebrauchshund, dessen Zucht seit \u00fcber 100 Jahren im Mutterland Deutschland gezielt nach den Kriterien jagdliche Leistung, Rassestandard, Wesen und Erbgesundheit betrieben wird. 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